Traditioneller Ramadan-Iftar-Empfang in Hamburg

Bischöfin Fehrs dankbar für das Zeichen von Musliminnen und Muslimen, auch in herausfordernden Zeiten Brücken zu bauen

Kirsten Fehrs, Bischöfin im Sprengel Hamburg und Lübeck der Nordkirche und Ratsvorsitzende der EKD.
Kirsten Fehrs, Bischöfin im Sprengel Hamburg und Lübeck der Nordkirche und Ratsvorsitzende der EKD.© Marcelo Hernandez

27. März 2025 von Melanie Köhne

Am heutigen Abend (27.3.) kommen auf Einladung des Bündnisses der islamischen Gemeinden in Norddeutschland e.V. (BiG) Vertreterinnen und Vertreter aus verschiedenen Religionsgemeinschaften und der Politik zusammen, um gemeinsam das Fasten bei Sonnenuntergang mit dem traditionellen Iftar-Mahl zu beenden.

Hamburg. Im Golden Event Center (Von-Bargen-Straße 23, 22041 Hamburg) findet heute (27.3.) ab 17 Uhr der traditionelle Ramadan-Iftar-Empfang des Bündnisses der islamischen Gemeinden in Norddeutschland e.V. statt. Auch Kirsten Fehrs, Bischöfin im Sprengel Hamburg und Lübeck der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland (Nordkirche) und Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), nimmt an dem abendlichen Fastenbrechen teil. „Es ist mir eine große Ehre, auch in diesem Jahr wieder zu diesem besonderen Anlass eingeladen zu sein. Ich bin dankbar für das Zeichen, das dieser Abend setzt: Dass Musliminnen und Muslime in Hamburg dazu einladen, Brücken zu bauen. Dass wir gemeinsam hier zusammensitzen, als Christen, Muslime, Juden, Aleviten, Buddhisten. Und dass wir gemeinsam zeigen: Der interreligiöse Dialog ist kein Schönwetter-Projekt. Er bewährt sich in Zeiten der Krise, und er ist ein Gebot der Stunde.“

Interreligiöse Signale der Zusammengehörigkeit

Die Bischöfin erinnert daran, dass in diesem Jahr der Ramadan nahezu mit der christlichen Fastenzeit zusammenfällt. „Das gemeinsame Fasten – wenn auch auf unterschiedliche Weise – verbindet uns im tiefen Wissen: Der Mensch lebt nicht vom Brot allein. Wir brauchen mehr als Konsum, mehr als Selbstverwirklichung – wir brauchen Gemeinschaft. Wir brauchen Gott. Und wir brauchen den Frieden.“

Die Fastenzeit sei eine Zeit der Besinnung, der Umkehr – und des Blicks auf das Leid in der Welt, das uns nicht kaltlassen dürfe, so die Bischöfin weiter. „Unsere Herzen sind derzeit oftmals schwer angesichts der weltpolitischen Lage – sei es im Nahen Osten, in der Ukraine oder in vielen anderen Regionen, in denen Menschen sterben, hungern, trauern und um Frieden ringen.“ Gerade deshalb sei es so wichtig, Räume zu schaffen wie diesen: Räume des Zuhörens, des Miteinanders, des Respekts. „Räume, in denen wir erkennen: Unsere Religionen stehen nicht gegeneinander – sie rufen uns gemeinsam auf zu Mitgefühl, Barmherzigkeit und Verantwortung.“

Ramadan geht in wenigen Tagen zu Ende

Am Sonntagabend, 30. März 2025, endet der für Musliminnen und Muslime heilige Fastenmonat Ramadan, der neunte Monat des islamischen Mondkalenders. Traditionell wird dies mit dem mehrtägigen Zuckerfest, Eid al-Fitr, gefeiert – einem Fest der Freude und der Begegnung.

Mit dem Iftar, dem allabendlichen Festmahl, wird während des Ramadans das Fasten jeden Tag bei Sonnenuntergang beendet. Es ist nicht nur ein Moment der körperlichen Stärkung, sondern auch ein bedeutender Ausdruck von Gemeinschaft und Gastfreundschaft. Iftar-Empfänge bringen Menschen unterschiedlicher Herkunft und Religion zusammen und fördern den interkulturellen und interreligiösen Dialog.

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