Kirchenleitung beruft Mirja Beck in die Leitung der Stabsstelle Prävention der Nordkirche
01. April 2025
Die Nordkirche hat Mirja Beck zur Co-Leitung der Stabsstelle Prävention - Fachstelle gegen sexualisierte Gewalt benannt. Sie tritt ab 1. April gleichberechtigt an die Seite von Katharina Seiler, die das Team bislang führt. Damit wird das im Umgang mit sexualisierter Gewalt zentrale Vier-Augen-Prinzip nun bereits in der Leitung der Stabsstelle gelebt.
Die Kirchenleitung der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland (Nordkirche) hat Mirja Beck als Co-Leitung der Stabsstelle Prävention – Fachstelle gegen sexualisierte Gewalt an der Seite von Katharina Seiler berufen. Die Vorsitzende der Kirchenleitung, Landesbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt, erklärte dazu: „Ich heiße Mirja Beck herzlich willkommen in ihrer neuen Aufgabe. Mit ihrer Berufung ist das Team der Stabsstelle Prävention – Fachstelle gegen sexualisierte Gewalt der Nordkirche nun vollständig. Sie bringt eine breite und wertvolle Erfahrung mit, um sich der großen Herausforderung zu stellen, bestmöglich im Sinne der Betroffenen zu handeln und eine umfassende Prävention zu gewährleisten. Ich wünsche Mirja Beck für ihre verantwortungsvolle Aufgabe Gottes reichen Segen.“
Erfahrung mit Prävention und Intervention vor Ort
Mirja Beck (44) bringt für ihre neue Aufgabe großen Fach- und Sachverstand sowie praktische Erfahrung im Umgang mit sexualisierter Gewalt mit. Zum einen hat die diplomierte Erziehungswissenschaftlerin Beck als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel zum Thema Sexuelle Bildung und Prävention sexualisierter Gewalt geforscht. Zum anderen bringt Beck praktische Erfahrung in Prävention und Intervention aus dem Kirchenkreis Schleswig-Flensburg mit. Dort wirkte sie ab 2020 als Präventionsbeauftragte.
Gemeinsam beraten und möglichst viele Perspektiven einbeziehen
Zum Juli 2024 hatte der bisherige Leiter der Stabsstelle Rainer Kluck die Verantwortung an seine damalige Stellvertreterin Katharina Seiler übergeben. Ab 1. April 2025 leiten die Diakonin und Organisationsentwicklerin Katharina Seiler und die Präventionsexpertin Mirja Beck nun die Stabsstelle Prävention als Doppelspitze. „Ich freue mich auf eine Kollegin auf Leitungsebene, die wichtige Kenntnisse und Erfahrungen sowohl aus wissenschaftlichem Hintergrund als auch in der Praxis von Prävention und Intervention aus der Basis der Nordkirche mitbringt. Ich bin überzeugt, dass ein Vier-Augen-Prinzip gerade bei den sensiblen Prozessen im Umgang mit Taten sexualisierter Gewalt und im Kontakt und der Beteiligung Betroffener sehr passend ist: Wir erleben es als hilfreich und für gute Ergebnisse ist es essenziell, gemeinsam zu beraten und möglichst viele Perspektiven einzubeziehen“, so Katharina Seiler. Neben der Leitung der Stabsstelle koordiniert sie als Geschäftsführerin die Anerkennungskommission der Nordkirche und hat den Aufbau der aktuell gestarteten Unabhängigen Regionalen Aufarbeitungskommission „URAK Nord-Ost“ maßgeblich begleitet.
Auseinandersetzung mit Dynamiken sexualisierter Gewalt weiterbearbeiten
Mirja Beck stammt aus dem Kreis Steinburg in Schleswig-Holstein. Sie hat in Kiel Erziehungswissenschaften studiert und sich auf das Gebiet Prävention sexualisierter Gewalt spezialisiert. Als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Christian-Albrechts-Universität hat sie dazu geforscht, gelehrt und wissenschaftlich publiziert.
Sie wirkte seit 2020 im Amt der Präventionsbeauftragten des Kirchenkreises Schleswig-Flensburg mit Sitz in Schleswig. Dort hat sie in großer Zahl Pastor*innen und Mitarbeitende im Kinder- und jugendnahen Bereich fortgebildet sowie die Schutzkonzeptentwicklung vor Ort begleitet. Sie hat mehrfach in Beratungsstäben mitgewirkt, die in einem geordneten Verfahren auf mögliche Vorkommnisse sexualisierter Gewalt reagieren.
Mirja Beck begegnet der neuen Aufgabe gespannt und mit Vorfreude: „Als Diplom-Pädagogin habe ich mich früh mit sexualisierter Gewalt, Macht und deren Dynamiken befasst. Nun freue ich mich sehr, in meiner neuen Verantwortung in einem Team mit vielfältigen Expertisen und einem breiten Erfahrungsschatz weiter am Thema zu arbeiten.“ Ihr Anliegen ist: „Gerade in den aktuellen Zukunftsprozessen ist es essenziell, den Kulturwandel in der Kirche aktiv mitzugestalten. Es gibt noch viel zu tun – abzuwarten ist keine Option. Darüber hinaus ist Prävention nie „fertig“. Ich freue mich darauf, anzuknüpfen, weiterzudenken und gemeinsam neue Wege zu gehen.“
Hintergrund
In der Nordkirche arbeitet die zentrale Stabsstelle Prävention – Fachstelle gegen sexualisierte Gewalt mit zehn Mitarbeitenden in Hamburg. Sie kooperiert eng mit den Präventions- und Meldebeauftragten vor Ort jeweils in 13 Kirchenkreisen und Hauptbereichen. Insgesamt sind mehr als 30 Personen in Prävention und Intervention tätig.
Mehr Informationen und Kontakt zum Team der Stabsstelle Prävention und zu den Präventions- und Meldebeauftragten vor Ort finden Sie unter www.kirche-gegen-sexualisierte-gewalt.de