Judentum

Ein Ei zu Ostern: Eine alte Tradition schon beim jüdischen Pessach-Fest

© iStockphoto, Svetlana Belkina

04. April 2025 von Claudia Ebeling

Eier: In vielen Religionen sind sie ein Symbol der Fruchtbarkeit, für einen Neuanfang und die erwachende Natur im Frühling. Auch bei uns in der Nordkirche sind Ostereier aus Schokolade zum Fest nicht mehr wegzudenken. Symbolisch steht das Ei im Christentum für die Auferstehung von Jesus Christus.

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Dem Ei kommt bereits in der jüdischen Tradition eine besondere Bedeutung zu: Im Frühling wird Pessach gefeiert, mit dem Fest wird an den Auszug des Volkes Israel aus Ägypten vor mehr als 2000 Jahren gedacht.

Gedeckter Tisch mit Lavendel und Pessach-Speinsen wie dünnem Fladenbrot.
Pessach ist ein Familienfest. Typische Speisen zum Fest sind unter anderem Eier, bittere Kräuter und Matzen (dünne Brotfladen aus ungesäuertem Teig), weswegen es auch „Fest der ungesäuerten Brote“ heißt.© Phil Goodwin, unsplash

Acht Tage lang dauert das Fest. Es beginnt mit einem feierlichen Seder-Abend und den traditionellen Speisen des Seder-Mahls. Dazu gehören ungesäuertes Brot und verschiedene Gemüse, die Stationen der harten Zeit in Ägypten symbolisieren. Und ein Ei, das hier auch für die Zerbrechlichkeit des Lebens steht.

 

Ostern und Pessach stehen auch für Neuanfang

„Diese Vielschichtigkeit berührt mich sehr“, erläutert Pastor Tobias Pfeifer, Beauftragter für den Christlich-Jüdischen Dialog der Nordkirche. Denn hier kommt die Bandbreite aller menschlichen Gefühle zum Ausdruck.

Umso tragischer sei es, dass die Menschen in Israel und den Palästinensischen Gebieten in diesem Jahr erneut Pessach und Ostern in Angst, Trauer und Unfrieden verbringen müssen. „Dabei stehen beide Feste doch eigentlich für einen hoffnungsvollen Neuanfang“, sagt Tobias Pfeifer.

Porträt von Pastor Tobias Pfeifer, Beauftragter für den Christlich-Jüdischen Dialog
Nicht nur zum christlichen Osterfest gehören Eier, ihre Tradition hat jüdische Wurzeln im Pessach-Fest. Darauf weist Pastor Tobias Pfeifer, Beauftragter für den Christlich-Jüdischen Dialog der Nordkirche, hin.© Anna Köhler, Ökumenewerk

Zerbrechlichkeit und Hoffnung

Die vielen Gefühlswelten stehen für ihn auch für das christliche Osterfest zwischen Palmsonntag und Ostersonntag: „Diese Tage symbolisieren für jubelnde Begeisterung bis zu abgrundtiefer Angst und Trauer.“

Gerade jetzt sei es wichtig, einerseits die „Zerbrechlichkeit menschlichen Lebens“ zu sehen und gleichzeitig die Hoffnung zu teilen, „dass es durch die Auferstehung von Jesus Christus eine Perspektive für die Zukunft gibt.“

Datum von Ostern und Pessach nah beieinander

In diesem Jahr fallen Ostern und Pessach terminlich sehr nah zusammen. Im Judentum beginnt Pessach am Abend des 12. April und wird dann bis zum 19. gefeiert. Am Palmsonntag beginnt für Christ:innen die Karwoche und der Festkreis zieht sich über Gründonnerstag und Karfreitag hin bis zum Ostermontag.

Schon im 3. Jahrhundert wurden Eier gefärbt

Doch nicht nur das Ei als Symbol verbindet Pessach und Ostern: Die letzten Tage im Leben von Jesus waren während des Pessachfestes in Jerusalem.

Auch im frühen Christentum wurden Eier gefärbt und verschenkt, in Deutschland ist dies erstmals im 3. Jahrhundert erwähnt. Zusätzlich kochte man sie hart, um sie haltbar zu machen über die Fastenzeit hinweg, in der Eier nicht erlaubt waren.

Bunte Eier
Bunte Eier sind ein Klassiker. Sie zieren fast alle Osterkörbchen. © Rasa Kasparaviciene, Unsplash

Viele orthodoxe Kirchen feiern am Ostersonntag einen besonderen Vespergottesdienst: Die „Vesper der Liebe“. Das Besondere an diesem Gottesdienst, in dem die Auferstehung gefeiert wird, ist, dass das Osterevangelium in möglichst vielen Sprachen verlesen wird. Am Ende des Gottesdienstes gibt der Priester allen Anwesenden ein rotes Osterei mit.

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