Nachhaltigkeit und Umweltschutz

Ökofair handeln: Wie Küster zum Klimaschutz beitragen können

Küster Michael Hirner nimmt die Auszeichnung "ökofaire Gemeinde der Nordkirche" entgegen. Auf dem Foto zu sehen sind vor der Kirche St. Petri Bosau ebenso: Elena Stern vom Kirchenkreis (links), die stellvertretende Kirchengemeinderatsvorsitzende Sabine Hirner mit Hund Fine und Tobias Jahn vom Küsterarbeitskreis (rechts im Bild).
Küster Michael Hirner nimmt die Auszeichnung "ökofaire Gemeinde der Nordkirche" entgegen. Auf dem Foto zu sehen sind vor der Kirche St. Petri Bosau ebenso: Elena Stern vom Kirchenkreis (links), die stellvertretende Kirchengemeinderatsvorsitzende Sabine Hirner mit Hund Fine und Tobias Jahn vom Küsterarbeitskreis (rechts im Bild). © Kirchenkreis Ostholstein

24. Juli 2024

Die Nordkirche hat sich verpflichtet, bis 2035 klimaneutral zu sein. Zu den großen Herausforderungen zählt, wie wir es schaffen können, Kapellen, Kirchen und Gemeindehäuser emissionsfrei zu betreiben. Eine große Rolle spielen dabei die Küster. Einer, der ökofair handelt, ist Michael Hirner aus Bosau.

Michael Hirner ist seit 2012 Küster in der Kirchengemeinde Bosau. Und er findet es wichtig, dass sie nachhaltig handelt. Ob beim Blumenschmuck, den Kerzen oder dem Energieverbrauch: Er sorgt dafür, dass nichts verschwendet wird.  

Keine Einweg-Produkte, keine langen Wege

Es sind viele kleine Stellschrauben, an denen er dreht, die zusammen aber eine Menge bewegen können. Dazu gehört zum Beispiel, dass die Kerzen, die von Kirchenbesuchern angezündet werden, keine gewöhnlichen Einweg-Teelichte sind, sondern wiederbefüllt werden. „Das ist zwar ein bisschen teurer für uns, aber es ist ökologisch besser“, erläutert Hirner.

Die Altarblumen wiederum wachsen rund um die Kirche. „Wir haben überall Blumenfelder bei uns angelegt, da kann ich immer pflücken.“ Das ist nachhaltig und günstiger als der Einkauf im Blumenladen. Auf diese Weise ist außerdem sichergestellt, dass die Blumen keine langen Transportwege haben. 

Sonnenenergie nutzen und die Heizung drosseln

Größer gedacht wird beim Energieverbrauch: Die Gemeinde hat auf dem Werkstattgebäude eine Photovoltaik-Anlage mit 5,4 Kilowattstunden Leistung installiert und die Heizungsventile im Gemeindesaal sind mit einem Begrenzer ausgerüstet, damit dort nicht nach Belieben die Temperatur hochgedreht werden kann.

Und in St. Petri selbst wird Energie durch niedrige Temperaturen gespart: Im „kleinsten Dom der Welt“, den 1152 der heilige Bischof Vicelin hatte erbauen lassen, wird nur wenig geheizt – selbst bei Konzerten im Winter. „Ich habe das auch im Gemeindebrief geschrieben, dass wir nur noch auf 14 Grad aufheizen und man sich gerne eine Decke mitbringen darf, wenn man friert“, berichtet Hirner.

Insektizide vertragen sich nicht mit Artenvielfalt

Damit sich möglichst viele Tiere auf dem Gelände wohlfühlen, hat Hirner zahllose Nistkästen an Gebäuden und auf dem Friedhof angebracht. Im Kirchturm wohnen Fledermäuse und ein Kauz hat ein Uhlenloch im Gemeindehaus bezogen.

Der "kleinste Dom" der Welt: St. Petri Bosau in Ostholstein.
Der "kleinste Dom" der Welt: St. Petri Bosau in Ostholstein. © Kirchenkreis Ostholstein

Damit die Artenvielfalt nicht gefährdet ist, möchte der Kirchengemeinderat künftig Schneckenkorn und Spritzmittel vom Friedhof verbannen, die von manchen Angehörigen bei der Grabpflege eingesetzt werden. „Nur Vergrämungsmittel sind dann noch erlaubt“, sagt der Küster.

Nordkirche zeichnet ökofaire Küstereien aus

Für sein Engagement wurde Michael Hirner kürzlich mit dem Preis "ökofaire Küsterei der Nordkirche" ausgezeichnet. Mit dabei waren Elena Stern und Matthias Amelung, die in der Bauabteilung des Kirchenkreises für Fragen des Klimaschutzes zuständig sind. Die Küsterinnen und Küster seien „die Basis“, ohne die es schwer werde, Klimaschutz und die Ressourceneinsparungen zu betreiben, sagen sie.

Gleichzeitig ermuntern sie andere, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen. Ökologisch nachhaltig und fair gehandelt klinge für manche nach höheren Kosten. Aber: „Das können wir bereits widerlegen“, sagt Stern und verweist auf Einsparungen, die sich durch Mengenrabatte ergeben, wenn mehrere Gemeinden zusammen bestellen.

Es geht auch um soziale Verantwortung

Mehr erfahren über die Aktion "Ökofaire Kirche": Hier kann jede:r mitmachen!

„Wir gucken bei ökofairer Beschaffung nicht nur auf die Wirtschaftlichkeit, sondern auf die ökonomischen, ökologischen und sozialen Komponenten, die wir als Kirche auch in den Vordergrund stellen müssen“, hält die Klimamanagerin fest.

Ökofair - da geht noch mehr! Dieses Plakat illustriert, was in Gemeinden alles für mehr Klimaschutz möglich ist.
Ökofair - da geht noch mehr! Dieses Plakat illustriert, was in Gemeinden alles für mehr Klimaschutz möglich ist.© Ökofaire Kirche

Matthias Amelung pflichtet ihr bei. Er sieht im klimagerechten Handeln vor allem eine Frage der Glaubwürdigkeit von Kirche, „wenn jemand als Gast in die Kirche kommt und feststellt, dass da nachhaltig gearbeitet und vernünftig mit der Schöpfung umgegangen wird.“

Es ist unsere Aufgabe, unseren Planeten zu bewahren

Für Küster Michael Hirner ist das mit der Schöpfung besonders wichtig. „Ich habe drei Töchter und ich möchte, dass sie auch einmal mein Alter auf dieser Erde erleben können“, sagt der 62-Jährige.

Sein Lieblingslied im Evangelischen Gesangbuch ist die Nummer 432. Darin heißt es: „Gott gab uns Ohren, damit wir hören./ Er gab uns Worte, dass wir verstehn./ Gott will nicht diese Erde zerstören./ Er schuf sie gut, er schuf sie schön.“

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