Ökumenisches Osterfest

Seltenes Sternbild: Alle Christen weltweit feiern in diesem Jahr gemeinsam Ostern

Die Zahl der orthodoxen Christen und Christinnen in Deutschland ist in den letzten Jahren stark angestiegen, das Gemeindeleben ist auch öffentlich sichtbar. Hier wird die orthodoxe Wasserweihe im Hamburger Hafen gefeiert.
Die Zahl der orthodoxen Christen und Christinnen in Deutschland ist in den letzten Jahren stark angestiegen, das Gemeindeleben ist auch öffentlich sichtbar. Hier wird die orthodoxe Wasserweihe im Hamburger Hafen gefeiert.

04. April 2025 von Claudia Ebeling

Nach acht Jahren werden Christen aller Konfessionen in diesem Jahr wieder an einem gemeinsamen Datum Ostern feiern. Dies ist sehr selten der Fall, denn die orthodoxen Kirchen nutzen einen anderen Kalender. Zuletzt fiel das Osterfest 2017 auf ein gemeinsames Datum.

Weltweit feiern Christ:innen gemeinsam Ostern: Zwar mit unterschiedlichen Traditionen und Liturgien, in ihren eigenen Gemeinden, aber an dem selben Datum. Dies ist noch ein Traum derjenigen, die sich für mehr Einigkeit und Verbundenheit zwischen den Kirchen einsetzen.

Kirchen nutzen unterschiedliche Kalender

Hauptgrund für die unterschiedlichen Daten ist, dass die orthodoxen Kirchen für die Osterberechnung weiterhin den julianischen Kalender verwenden, während die katholische Kirche und die meisten protestantischen Kirchen dem gregorianischen Kalender folgen. Zwischen ihnen liegen in der Regel 13 Tage.

Ökumenische "Ostervesper der Liebe" am Ostermontag: Gemeinsame Feier auf Einladung der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Hamburg.

Doch in diesem Jahr sorgt eine seltene Konstellation der Sterne und Planeten dafür, dass das Fest auf das gleiche Datum fällt. Ein gemeinsames Osterdatum entsteht, wenn der julianische Frühlingsvollmond in den gregorianischen April fällt.

Dies war zuletzt 2017 der Fall und wird erneut 2028 so sein. Allerdings könnte es auch ab 2698 nie wieder geschehen.

Hintergrund: Kalender

Viele orthodoxe Kirchen legen für die Berechnung der beweglichen Feste den julianischen Kalender zugrunde, der von Julius Cäsar eingeführt wurde.

Die Kirchen des Westens (Katholiken und Protestanten) nutzen den gregorianischen Kalender, der Ende des 16. Jahrhunderts von Papst Gregor XIII. eingeführt wurde und genauer mit dem astronomischen Sonnenlauf übereinstimmt.

Wunsch nach gemeinsamen Datum ist 1700 Jahre alt

1700 Jahre Konzil von Nizäa: Mehr erfahren auf der Website der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland

Bereits im Jahr 325 nach Christus lud Kaiser Konstantin Bischöfe aus der ganzen Welt nach Nizäa ein, um miteinander die Grundlagen des noch jungen christlichen Glaubens zu beraten und zu beschließen. Es ging auch um ein gemeinsames Osterdatum.

 

Gemeinsames Glaubensbekenntnis (1/2)

Die Kirchenväter verabschiedeten 325 ein gemeinsames Glaubensbekenntnis, das bis heute in Gottesdiensten verschiedener Konfessionen gesprochen wird:

Wir glauben an den Einen Gott, den Vater, den Allmächtigen, der alles geschaffen hat, Himmel und Erde, die sichtbare und die unsichtbare Welt.

Und an den einen Herrn Jesus Christus, Gottes eingeborenen Sohn, aus dem Vater geboren vor aller Zeit: Licht vom Licht, wahrer Gott vom wahren Gott, gezeugt, nicht geschaffen, eines Wesens mit dem Vater; durch ihn ist alles geschaffen. Für uns Menschen und zu unserem Heil ist er vom Himmel gekommen, hat Fleisch angenommen durch den Heiligen Geist von der Jungfrau Maria und ist Mensch geworden.

Er wurde für uns gekreuzigt unter Pontius Pilatus, hat gelitten und ist begraben worden, ist am dritten Tage auferstanden nach der Schrift und aufgefahren in den Himmel. Er sitzt zur Rechten des Vaters und wird wieder kommen in Herrlichkeit, zu richten die Lebenden und die Toten; seiner Herrschaft wird kein Ende sein.

Wir glauben an den Heiligen Geist, der Herr ist und lebendig macht, der aus dem Vater hervorgeht, der mit dem Vater und dem Sohn angebetet und verherrlicht wird, der gesprochen hat durch die Propheten, und die eine, heilige, katholische und apostolische Kirche. Wir bekennen die eine Taufe zur Vergebung der Sünden. Wir erwarten die Auferstehung der Toten und das Leben der kommenden Welt. Amen.

Jahrhunderte lang hielt die Regel des Konzils von Nizäa

Denn in der noch jungen Kirche bestand Uneinigkeit darüber, wann das Osterfest gefeiert werden solle. Für Kaiser Konstantin war es ein wichtiges Ziel des Konzils, dass alle Christen am gleichen Tag die Auferstehung Jesu feiern. Aufgrund unterschiedlicher Berechnungen des Osterfesttermins zwischen Rom und Alexandrien musste also eine Lösung her.

Ikone mit dem Konzil von Nizäa, angefertigt zum Jubiläum 2025
Die Ikone zeigt das Konzil von Nizäa und ist eigens von der Griechisch-Orthodoxe Kirchengemeinde Christi Himmelfahrt zu Berlin für das Jubiläumsjahr 2025 angefertigt worden. Gemalt haben Künstler Anastasios Voutsinas und Eleni Voutsina aus Thessaloniki.© Nizäa-Ikone 2025, zeitgenössisch gemalt von Anastasios Voutsinas und Eleni Voutsina, Thessaloniki 2024

Das Konzil entschied, Ostern am ersten Sonntag nach dem ersten Frühjahrsvollmond zu feiern, wobei es aber nicht mit dem jüdischen Pessach-Fest zusammenfallen sollte. Diese Regelung hatte jahrhundertelang Bestand, bis aufgrund der Kalenderreformen im Osten und im Westen bis zum heutigen Tag unterschiedliche Osterdaten bestehen.

In den vergangenen Jahre sind immer wieder Versuche unternommen worden, zu einem gemeinsamen Datum zurückzufinden. Papst Franziskus hat bereits seine Bereitschaft signalisiert. Auch Patriarch Bartholomaios I. von Konstantinopel und Papst-Patriarch Tawadros II. von der koptischen Kirche sind für Gespräche darüber offen.

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