Seltenes Sternbild: Alle Christen weltweit feiern in diesem Jahr gemeinsam Ostern
04. April 2025
Nach acht Jahren werden Christen aller Konfessionen in diesem Jahr wieder an einem gemeinsamen Datum Ostern feiern. Dies ist sehr selten der Fall, denn die orthodoxen Kirchen nutzen einen anderen Kalender. Zuletzt fiel das Osterfest 2017 auf ein gemeinsames Datum.
Weltweit feiern Christ:innen gemeinsam Ostern: Zwar mit unterschiedlichen Traditionen und Liturgien, in ihren eigenen Gemeinden, aber an dem selben Datum. Dies ist noch ein Traum derjenigen, die sich für mehr Einigkeit und Verbundenheit zwischen den Kirchen einsetzen.
Kirchen nutzen unterschiedliche Kalender
Hauptgrund für die unterschiedlichen Daten ist, dass die orthodoxen Kirchen für die Osterberechnung weiterhin den julianischen Kalender verwenden, während die katholische Kirche und die meisten protestantischen Kirchen dem gregorianischen Kalender folgen. Zwischen ihnen liegen in der Regel 13 Tage.
Ökumenische "Ostervesper der Liebe" am Ostermontag: Gemeinsame Feier auf Einladung der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Hamburg.
Doch in diesem Jahr sorgt eine seltene Konstellation der Sterne und Planeten dafür, dass das Fest auf das gleiche Datum fällt. Ein gemeinsames Osterdatum entsteht, wenn der julianische Frühlingsvollmond in den gregorianischen April fällt.
Dies war zuletzt 2017 der Fall und wird erneut 2028 so sein. Allerdings könnte es auch ab 2698 nie wieder geschehen.
Wunsch nach gemeinsamen Datum ist 1700 Jahre alt
1700 Jahre Konzil von Nizäa: Mehr erfahren auf der Website der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland
Bereits im Jahr 325 nach Christus lud Kaiser Konstantin Bischöfe aus der ganzen Welt nach Nizäa ein, um miteinander die Grundlagen des noch jungen christlichen Glaubens zu beraten und zu beschließen. Es ging auch um ein gemeinsames Osterdatum.
Jahrhunderte lang hielt die Regel des Konzils von Nizäa
Denn in der noch jungen Kirche bestand Uneinigkeit darüber, wann das Osterfest gefeiert werden solle. Für Kaiser Konstantin war es ein wichtiges Ziel des Konzils, dass alle Christen am gleichen Tag die Auferstehung Jesu feiern. Aufgrund unterschiedlicher Berechnungen des Osterfesttermins zwischen Rom und Alexandrien musste also eine Lösung her.

Das Konzil entschied, Ostern am ersten Sonntag nach dem ersten Frühjahrsvollmond zu feiern, wobei es aber nicht mit dem jüdischen Pessach-Fest zusammenfallen sollte. Diese Regelung hatte jahrhundertelang Bestand, bis aufgrund der Kalenderreformen im Osten und im Westen bis zum heutigen Tag unterschiedliche Osterdaten bestehen.
In den vergangenen Jahre sind immer wieder Versuche unternommen worden, zu einem gemeinsamen Datum zurückzufinden. Papst Franziskus hat bereits seine Bereitschaft signalisiert. Auch Patriarch Bartholomaios I. von Konstantinopel und Papst-Patriarch Tawadros II. von der koptischen Kirche sind für Gespräche darüber offen.