Christ:innen aus ganz Deutschland treffen sich in Hannover

Streiten, lachen, Sachen machen: Wir sind beim Kirchentag 2025 dabei!

Über die Herausforderungen unserer Zeit streiten, zusammen beten und miteinander musizieren: Der Kirchentag (Archivbild) ist eine Veranstaltung, die all dies vereint.
Über die Herausforderungen unserer Zeit streiten, zusammen beten und miteinander musizieren: Der Kirchentag (Archivbild) ist eine Veranstaltung, die all dies vereint. © Friedrich Stark, epd-Bild
Der Kirchentag in Nürnberg trug 2023 das Motto "Jetzt ist die Zeit". In Hannover heißt es dieses Jahr: "Mutig, stark, beherzt".
Der Kirchentag in Nürnberg trug 2023 das Motto "Jetzt ist die Zeit". In Hannover heißt es dieses Jahr: "Mutig, stark, beherzt". © Tim Wegner, epd-Bild

04. April 2025

"Mutig, stark, beherzt": So wollen wir den Kirchentag vom 30. April bis 4. Mai in Hannover feiern. Aus der Nordkirche sind verschiedene Gruppen vor Ort, um sich unter diesem Motto für eine Gesellschaft zu engagieren, die von Liebe und Vielfalt getragen ist. Ein Überblick.

"Kirchentag ist Diskursraum", sagt Kirchentagsgeneralsekretärin Kristin Jahn. "Wofür mache ich den Mund auf? Was kommt mir über die Lippen? Kirchentag schreibt niemanden vor, wie er zu leben und zu reden hat – aber wir wollen miteinander ins Gespräch kommen. Kirchentag hat sich den Dialog auf die Fahne geschrieben. Er trägt damit zur Mündigkeit und Engagement in der Gesellschaft bei. Aus Liebe zum Leben – dafür machen wir den Mund auf", erklärt sie. 

Anja Siegesmund (Kirchentagspräsidentin), Ralf Meister (Landesbischof Hannover) und Kristin Jahn (Kirchentagsgeneralsekretärin) stellen mit einem Plakat den Leitgedanken der Veranstaltung vor.
"Mutig, stark, beherzt": Anja Siegesmund (Kirchentagspräsidentin), Ralf Meister (Landesbischof Hannover) und Kristin Jahn (Kirchentagsgeneralsekretärin) stellen den Leitgedanken der Veranstaltung vor. © Jens Schulze, epd-Bild

Vielfalt gehört zu uns!

Diskussionen, auch Streit gehöre dazu. Sie ermutigt deshalb nicht zu zaudern, sondern die Losung der Veranstaltung ernst zu nehmen und mutig, stark und beherzt für die Dinge einzustehen, die einem selbst wichtig sind. 

Mit der kostenlosen Kirchentag-App hat man das Programm, digitale Tickets, Lagepläne und aktuelle Nachrichten stets im Blick.

Dass dazu unbedingt eine Gemeinschaft gehört, die Vielfalt willkommen heißt, möchte das Evangelische Kinder- und Jugendbüro des Kirchenkreises Nordfriesland verdeutlichen: Es bietet am 1. Mai im Zentrum für junge Menschen zwei Veranstaltungen mit der Hamburger Dragqueen Veuve Noire an. 

Veuve Noire
Die Künstlerin Veuve Noire wirbt beim Kirchentag in Hannover für Diversität. © Kirchenkreis Nordfriesland

Botschafterin für Toleranz 

Von 11 bis 13 Uhr erzählt Veuve unter der Überschrift "Eine Dragqueen erzählt aus ihrem Leben" im Pavillion 34 von den Höhen und Tiefen ihres Werdegangs. Am Nachmittag von 17.30 Uhr bis 19 Uhr wirbt sie dann am gleichen Ort bei der Podiumsdiskussion "Mutig und stark für eine bunte Gesellschaft und Kirche" für eine Haltung,die Diversität willkommen heißt. Mit dabei sind unter anderem Anna-Lena Ihme, Pädagogin des Evangelischen Kinder- und Jugendbüros Nordfriesland, sowie Leon Dietrich, Landeskoordinator LSBTIQ der Polizei Niedersachsen und Beauftragter der Charta der Vielfalt für die PD Hannover. 

„Wir arbeiten schon seit langem mit Veuve Noire zusammen und haben ihr viele großartige Auftritte in unserem Kirchenkreis zu verdanken. Ihr Mut und ihre Kraft sind ein Vorbild für viele unserer Jugendlichen“, so Anna-Lena Ihme. 

Mit Hängematten zum Glück

Anderen Mut machen möchte auch eine Jugendgruppe des Kirchenkreises Lübeck-Lauenburg: Sie reisen mit Hängematten bepackt zum Kirchentag nach Hannover. Sie wollen den Besucher:innen der Veranstaltung damit eine kleine Pause schenken. Beim gemütlichen Schaukeln kann man seinen Gedanken freien Lauf lassen und Geborgenheit in einer Gewissheit erleben:  "Gott lässt dich nicht hängen" – sagen die Jugendlichen, die in Hannover am Stand der Jungen Nordkirche anzutreffen sein werden. 

Die Junge Nordkirche ist mit insgesamt etwa 100 Menschen aus Schleswig-Holstein, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern vor Ort. Sie wollen mitten im Trubel der Großveranstaltung einen Rückzugsort im "Zentrum Junge Menschen" anbieten. Er heißt "Fritz & Franzi" und hält, was er verspricht: Wer hier Rast macht, kann sich bei Fritz-Limo und Franzbrötchen stärken, sich auf den kuscheligen Teppichen und Sitzsäcken ausstrecken und die Seele baumeln lassen.

Franzbrötchen
Kleiner Gruß aus Hamburg: Auf dem Kirchentag in Hannover verteilt das Team der Jungen Nordkirche Franzbrötchen. © Markus Spiske, Unsplash

Einmal Akkus aufladen, bitte!

Für alle, deren Akkus wieder aufgeladen sind, gibt es auch eine Bastelecke, in der ein "Hut mit Mut" gestaltet werden kann. An mehreren Orten verstecken sich zudem kleine Geschenke, Segenssprüche und andere Mutmacher. Auch Andachten werden hier zweimal täglich gefeiert. 

Wo übernachten beim Kirchentag? 

Die Nordkirche hat bei diesem Kirchentag erstmals zwei eigene Quartiere: Zwei Schulen im Stadtteil List (Hannover Innenstadt) dienen als Gemeinschaftsunterkunft. Insgesamt 600 Plätze stehen dort zur Verfügung, ein paar seien noch frei, sagte Propst Thomas Drope. Er ist zusammen mit dem Quickborner Diakon Philipp Wirtz Quartiersmeister der Nordkirchen-Schulen. 

Wer sich für die Übernachtung anmelden möchte, kann sich an Thomas Drope unter der Email propst.drope@kirchenkreis-hhsh.de wenden. 

Alle Unterkünfte auf einen Blick gibt es auf der Seite kirchentag.de/unterkunft

Außerdem ist ein Team der Chatseelsorge "Schreiben statt Schweigen", das von der Jungen Nordkirche organisiert wird, im Einsatz. Es kümmert sich um alle, die sich abends, wenn die Zelte, Kirchen und Hallen wieder leer sind, einsam fühlen. Von 21 Uhr bis 1 Uhr nachts können sich Ratsuchende anonym an die Seelsorgenden wenden.

Das Team aus 25 Personen unterstützt Menschen bei Gefühlen von Überforderung, Kummer, Angst, Einsamkeit und anderen Notlagen und Krisensituationen. Die Chats sind selbstverständlich vertraulich und kostenfrei. Ein Klick auf die Seite schreibenstattschweigen.de genügt – und das Gespräch kann beginnen. 

Debatten um Klimagerechtigkeit und Antirassismus

Kirchentag, das heißt auch: Wie wollen wir zukünftig leben? Was bedeutet Gerechtigkeit? Spannend dürften in dieser Hinsicht zum Beispiel die  Podiumsdiskussionen zum Thema Klima sei. Beim Gespräch "When Home Becomes Uninhabitable" am 3. Mai ab 11 Uhr (Convention Center, Saal 2, Messegelände) diskutiert unsere Landesbischöfin und Schöpfungsbeauftragte der EKD, Kristina Kühnbaum-Schmidt, mit Tobias Goldschmidt (Minister für Energiewende, Klimaschutz, Umwelt und Natur, Kiel), Hamira Kobusingye (Gründerin Climate Justice Africa, Kampala/Uganda) und Mithika Mwenda (Executive Director Pan African Climate Justice Alliance, Nairobi/Kenia). 

Zur gleichen Zeit spricht auch Kirsten Fehrs, Bischöfin im Sprengel Hamburg und Lübeck sowie Ratsvorsitzende der EKD, auf einem anderen Podium zu einem Anliegen, das ihr wichtig ist: Am 3. Mai um 11 Uhr geht es bei der Debatte vom Zentrum Demokratie und Zusammenhalt darum, wie wir Ausgrenzungen begegnen: "Rassistische Realitäten, antirassistische Ansprüche" ist der Titel der Veranstaltung in der Marktkirche. 

Wer Kirsten Fehrs predigen hören möchte, hat dazu bereits am 1. Mai Gelegenheit: bei der Seafarers' Night der Deutschen Seemannsmission in der Auferstehungskirche in Döhren-Wülfel (Helmstedter Straße 59) wird sie vom 20.30 bis 22.30 Uhr Gottesdienst feiern und den Segen sprechen. 

Wie gehts mit unserer Kirche weiter?

Auch unsere Schleswiger Bischöfin Nora Steen wird beim Kirchentag auf mehreren Veranstaltungen sein, um mit den Menschen ins Gespräch zu kommen. Bei der Podiumsreihe Ökumene diskutiert sie etwa darüber, wie unsere Kirche sich weiterentwickeln kann. Die Veranstaltung trägt den Titel "Beherzt! Gemeinsam! Weiter! Kirche als mutige Minderheit". Neben Bischöfin Steen sind auf dem Podium Prof. Dr. Matthias Ehmann (Theologe und Missionswissenschaftler, Marburg), Dr. Justus Geilhufe (Theologe und Podcaster, Großschirma), Alexander Heindel (Theologe, Münster), Sr. Dr. Katharina Kluitmann, (Franziskanerin, Münster) vertreten. 

Das gesamte Programm des Evangelischen Kirchentags mit allen Terminen unserer Bischöfinnen finden Interessierte hier. Dort kann man über ein Stichwort nach bestimmten Themen suchen, ebenso ist auch eine Filterung nach Tagen, Veranstaltungsarten und Orten möglich. 

Pfadfinder:innen helfen beim Ablauf

Insgesamt werden knapp 400 Jugendliche, darunter viele Pfadfinder:innen, aus über 50 Kirchengemeinden der Nordkirche als Helfende in Hannover sein. Ein Großteil wird in der Verkehrs- und Gästelenkung in der Innenstadt eingesetzt werden.

Andere Gruppen werden während dieser Zeit einen bestimmten Veranstaltungsort betreuen, wo sie etwa den Einlass kontrollieren, den reibungslosen Ablauf des Programms sicherstellen oder Informationsangebote für die Besuchenden zur Verfügung stellen. Dazu zählen unter anderem die Marktkirche und die Kreuzkirche in der Innenstadt, das Zentrum Kinder und Familie im Haus der Jugend sowie den Platz der Nationen auf dem Messegelände.

Veranstaltungen
Orte
  • Orte
  • Flensburg
    • Ev.-Luth. Kirchengemeinde Flensburg-St. Johannis
    • Ev.-Luth. Kirchengemeinde St. Gertrud zu Flensburg
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    • Ev.-Luth. Luther-St.-Andreas-Gemeinde Rostock
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    • Ev.-Luth. Schloßkirchengemeinde Schwerin

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EKD Info-Service

0800 5040 602

Montag bis Freitag von 9-18 Uhr kostenlos erreichbar - außer an bundesweiten Feiertagen

Sexualisierte Gewalt

0800 0220099

Unabhängige Ansprechstelle für Betroffene von sexualisierter Gewalt in der Nordkirche.
Montags 9-11 Uhr und mittwochs 15-17 Uhr. Mehr unter kirche-gegen-sexualisierte-gewalt.de

Telefonseelsorge

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